Banken brauchen Neukunden

Bankinstitute sind Unternehmungen. Das wird oft vergessen. Man sieht sie gern als die Einrichtungen, von denen man Geld bekommt, wenn man es braucht. Banken sind natürlich Kreditinstitute, aber sie sind eben auch Dienstleister. Und deshalb sind sie auf die Geschäftspartner angewiesen, auf die alle Dienstleister und Händler im Marktgeschehen angewiesen sind: auf Kunden. Da der moderne Mensch nicht ohne Girokonto auskommt, werben die Banken genau mit dieser äußert praktischen Einrichtung, mit der jeder Privatmensch seinen Zahlungsverkehr abwickeln kann.

Biete Konto, gebe Startbetrag

Das scheint das Motto zu sein, mit dem einige Banken zu neuen Kunden kommen. Für den Neu-Inhaber eines Girokontos gibt es Bares. Eine Untersuchung zeigte, dass jede dritte Bank ein solches Angebot in ihrem Repertoire hat. Dabei sind Summen von 50 und 80, aber auch von 100 und mehr Euro im Spiel. Es gibt sogar das Versprechen, 50 Euro an den Kunden zurückzuzahlen, falls das Girokonto nicht zu seiner Zufriedenheit geführt wird. Ebenso transferiert eins der Institute gerne 80 Euro an einen Bestandskunden, wenn er einen neuen Girokonto-Anwärter beibringt.

Soll man beim höchsten Startbetrag einfach zugreifen?

Der Startbetrag ist nicht alles. Es ist nämlich wichtig, ob im Folgenden an die Kontoführung Bedingungen geknüpft sind oder nicht. Hier wird die Frage interessant, ob das Girokonto komplett kostenlos ist. Bei einigen – wenigen! – der großzügigen Banken mit dem Startkapital ist das auch der Fall. Doch bei mehreren folgen eben auch Bedingungen. Zum Beispiel gibt es die Vorgabe, Genossenschaftsanteile in einer bestimmten Höhe zu kaufen. Die werden zwar ordnungsgemäß verzinst, doch sie müssen erst einmal aufgebracht werden, damit das Konto gebührenfrei bleibt. Oder es werden Geldbewegungen von einigen Dutzend Malen jährlich erwartet. Oder die Bank geht davon aus, dass monatlich ein Geldstrom von mehr als 1000 Euro fließt – den der Kunde aber keineswegs von sich selbst an sich selbst zahlen darf. Konten ohne echte Gebühren sind also nicht selbstverständlich. Wer mit Startaktionen gelockt wird, sollte genau überprüfen, welche Bedingungen die Bank im weiteren Verlauf an ihn stellt. Nur wenige Institute verzichten völlig auf Konditionen.

Gibt es Kriterien?

Wenn man sich eine Bank für ein neues Girokonto aussucht oder auch wenn es Gründe gibt, weswegen man seine Bank wechseln möchte, sollte man sich ansehen, mit welchen Kosten für ein Girokonto realistischerweise zu rechnen ist. Legt man Tests von Konto-Modellen zugrunde, dann kann man von folgenden Kriterien ausgehen: Ein Girokonto bei einer Bankfiliale braucht höchstens 80 Euro jährlich zu kosten, und eins bei einer Online-Bank nur die Hälfte. Diese Bedingungen erfüllen weit mehr als hundert Institute. Sollte das aktuelle Bank-Angebot teurer sein, tut man gut daran, eventuelle Startgeschenke gegenzurechnen. Ab wann liegt man trotz Startgeld über den genannten Konditionen? Und wenn das recht bald der Fall sein sollte, dann hat man immer noch eine große Auswahl an anderen Anbietern.


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