Ein Kredit – zwei Unterschriften

Wenn man Geld bekommt, muss man es mit Zinsen zurückzahlen. Das ist hinreichend bekannt. Aber wie können Sie die Zinsen senken? Gute Chancen bestehen immer dann, wenn die Bonitätsprüfung gut ausfällt, d. h., wenn die Bank davon ausgeht, dass Sie ohne Schwierigkeiten zuverlässig zurückzahlen werden. Hat die Bank nun nicht nur einen, sondern zwei Vertragspartner, so fällt auch die Kreditwürdigkeitsprüfung schnell positiver aus. Dadurch wird als erstes Ergebnis ein Kredit viel eher gewährt. Ein zweites Ergebnis kann aber vor allem sein: Der Kredit wird günstiger.

Wie funktioniert das?

Für den Fall, dass man zu zweit einen Kredit aufnimmt, sichert sich die Bank ab, indem beide zu Schuldnern werden. Sie haften gesamtschuldnerisch. D. h., beide sind für die gesamte Kreditsumme und nicht etwa nur jeweils für die Hälfte in der Pflicht zurückzuzahlen. Jeder von beiden muss auch die notwendigen Auskünfte geben, die bei einem Kredit üblich sind, wie z. B. gemeldete Adresse, Einkünfte und fixe Kosten. Auch die Schufa-Auskunft wird über beide Vertragspartner von der Bank eingeholt.

Für wen eignet sich so eine Vorgehensweise?

Natürlich bieten sich hier verheiratete Paare oder auch Lebensgemeinschaften an. Aber man kann auch eine andere Vertrauensperson wählen. Das kann jemand aus der Verwandtschaft sein, aber auch jemand aus dem Freundeskreis. Derjenige, der als Hauptschuldner fungiert, sollte immer der sein, der die höheren Einkünfte hat. Der andere ist dann der Nebenschuldner. Auch wenn dessen Einkünfte eher gering sind, können sie zu besseren Kreditbedingungen beitragen. Sofern jedoch jemand keine positive Schufa-Auskunft vorweisen kann, ist er nicht geeignet. Dann sollte man den Kredit allein aufnehmen oder einen anderen Kredit-Partner suchen.

Was kann man sparen?

Die Erfahrung zeigt, dass mehr als 7 % an Kreditzinsen eingespart werden können, wenn zwei Leute unterschreiben. Das gilt für Kreditbeträge von über 11.000 Euro bis ca. 15.000 Euro. Alleine dadurch, dass zwei Personen ihre Gesamteinkünfte ins Spiel bringen können, werden sie besser gewertet.

Wird die Möglichkeit schon gut genutzt?

Eine Statistik zeigt, dass viele Eheleute bereits davon Gebrauch machen. Die überwiegende Mehrheit an Zwei-Personen-Krediten wird von Ehepartnern in Anspruch genommen. Wenn man sich andererseits ansieht, wie viele Ehepaare, die einen Kredit aufnehmen, nur eine Unterschrift leisten, so sieht man, dass das immer noch nur etwa 40 % sind. Vielleicht ist hier die Information, dass es anders geht, noch nicht angekommen. Es sind auch regionale Unterschiede festzustellen. Während die Berliner lediglich zu ca. 15 % den Zweierkredit nutzen, sind die Sachsen-Anhaltiner gut dabei. Dort greifen über 40 % der Einwohner zu dieser Möglichkeit. Der durchschnittliche Zwei-Personen-Anteil bei Kreditaufnahmen liegt bei etwas über 20 %.