Finanzierung des Studiums

Wer soll das Studium finanzieren? Diese Frage beantworten verschiedene Staaten verschieden. Die skandinavischen Länder sind z. B. der Auffassung, dass Menschen, die studieren, grundsätzlich als Erwachsene gelten. Deshalb können sie sich auch nicht mehr als unterhaltsberechtigte Kinder an ihr Elternhaus wenden. Da ist keiner mehr für Zahlungen an sie zuständig. Sie müssen sich also anderweitig um Darlehensmöglichkeiten und Bezuschussungen von staatlicher Seite kümmern.

In Deutschland herrscht eine andere Auffassung. Die elterliche Unterhaltspflicht kann regulär bis zum Ende einer Erstausbildung in Anspruch genommen werden. Das studierende und aushäusig lebende Kind kann 670 Euro pro Monat an elterlicher Finanzhilfe erwarten. Können die Eltern das nachweislich nicht leisten, greift das staatliche BAföG vollständig oder ergänzend.

Tatsächlich leben die meisten Studenten hauptsächlich von dieser Paarung aus Elternhaus-Quelle und Staatsfinanzierung. Doch das reicht meistens nicht.

Studienkredit ist möglich

Was also bleibt, wenn das Studium nicht viel Zeit zum Hinzuverdienen durch Studentenjobs lässt? Hier kommt der Kredit ins Spiel. Parallel zum Aufkommen der Studiengebühren wurde der Studienkredit aus der Taufe gehoben, und zwar im Jahr 2005. Während die Gebühren sich nicht halten konnten, erfreute sich der Kredit regen Zuspruchs. Er erwies sich als zuverlässiger Pfeiler neben den üblichen studentischen Geldquellen.

Die Studenten einiger angelsächsischer Länder kennen erhebliche Studiengebühren und die Schwierigkeit, sie zu finanzieren. Für sie ist die Aufnahme eines Kredits daher nichts Fremdes. Sie sind oft nach Abschluss des Studiums relativ hoch verschuldet. In Deutschland dagegen ist die Kreditaufnahme lediglich eine Ergänzungsfinanzierung. Sie ist jedoch sinnvoll und in vielen Fällen auch notwendig.

Der Studienkredit greift vor allem dann, wenn finanzielle Engpässe bestehen, die für den erfolgreichen weiteren Studienverlauf geschlossen werden müssen. Ein weiterer Grund entsteht oft, wenn die Studierenden in die Prüfungssemester kommen und es sich zeitlich nicht mehr leisten können, einer Nebentätigkeit nachzugehen. Daher ist eine Kreditaufnahme auch oft gegen Studienende zu verzeichnen.

Vorsicht bei Unsicherheiten im Studium

Doch bei der Kreditaufnahme können auch Gefahren lauern. Wer früh im Studium bereits einen Kreditvertrag unterschreibt und seine Hochschulausbildung abbricht, kann in eine finanzielle Misere geraten. Denn mit Abbruch des Studiums wird der Studienkredit nicht mehr ausgezahlt, und bei sofortiger Rückzahlungsaufforderung durch das Geldinstitut kann der Ex-Student in erhebliche wirtschaftliche Engpässe geraten. Wer also nicht sicher ist, ob er das Studium auch wirklich bis zum Ende inklusive Prüfung durchsteht, sollte von dieser Zusatzfinanzierung lieber die Finger lassen. Denn das Geld wird in jedem Fall zurückgefordert. Grundsätzlich gilt: Während des Studiums konsequent und zielstrebig das Studienziel verfolgen, finanziell sorgfältig planen und handeln, und einen Kredit dann aufnehmen, wenn die Situation überschaubar ist.